Entstehung

 

Volxkirche? Hier macht das Volk Kirche!

Volxkirche-Leitbild: »Wie kann Gemeinde aussehen, wenn das Volk Kirche macht?«

Die Idee ist nicht wirklich neu, schon die Reformatoren haben vor knapp 500 Jahren das »Priestertum aller Glaubenden« entdeckt. Damit wurden die Protestanten zu einem entscheidenden Faktor für die Erneuerung der Kirche. Denn ab diesem Zeitpunkt durfte nicht nur der Priester den unmittelbaren Kontakt zu Gott aufnehmen, sondern jeder einzelne Christ stand in persönlicher Beziehung zu ihm. Also ist das nicht wirklich neu. Beteiligung sollte für evangelische Christen daher eine Selbstverständlichkeit sein.

 

Einwand: »In der Kirche will ich mich hinsetzen und die Liturgie genießen.«

Nun, das ist eine wertvolle Form, sich zu besinnen und auf Gott auszurichten. Wenn du das möchtest, ist die »Volxkirche« eher nichts für dich. Volxkirche: Unter diesem etwas ungewöhnlichen Arbeitstitel entwickelt zur Zeit eine Initivative von beteiligungshungrigen Christen in der St.-Pauli-Gemeinde eine neue Form von »Kirchen-Leben«. Ihnen geht es vor allem darum, dass »Kirche« kein Programm, sondern eine erlebbare Gemeinschaft ist. Und das bedeutet: Jede oder jeder kann sich sichtbar beteiligen.

Denn: »Ist Gottesdienst nach christlichem Verständnis nicht das ganze Leben (Nachfolge, vgl. Römer 12, 1+2)?«

Dann umfasst er wenigstens 3 Bereiche

  • unseren Alltag in Familie, Beruf, Beziehungen …
  • den Gottesdienst als gemeinsame Versammlung im sakralen Raum
  • und den Gottesdienst als „persönliche Begegnung“ Gottes mit mir

Einwand: »In der Praxis der evangelischen Kirchen wird bereits genug Beteiligung gelebt!«

Beteiligung wird groß geschrieben im gemeinsamen Gesang, in Gebeten (Vater Unser) und Bekenntnissen (Glaubensbekenntnis). Ansonsten ist außerdem viel innere Beteiligung möglich. Warum will die Initiative Volxkirche den Versuch starten, diese Situation zu verändern?

Rückfrage: »Wird nicht gerade im 21. Jahrhundert auf den verschiedensten Ebenen Beteiligung gefordert?«

Auf vielerlei Weise – und vor allem im Internet sind Menschen eingeladen, mitzumachen. Warum sollten Christen damit vor den Kirchentüren aufhören? Volxkirche will mündigen Christen eine Möglichkeit geben,

  • das ganze Kirchenleben mitzugestalten,
  • sich selbst einzubringen und
  • die eigenen Bedürfnisse und Überzeugungen zu formulieren.
 In der Volxkirche wird aus dem Monolog aber nicht nur ein Dialog (von zweien), sondern ein Plurilog (von vielen).

Wie könnte eine Gottesdienstform aussehen, wenn das Volk Gottes zusammen ist und Volxversammlung macht?

Eine Kleingruppe der St.-Pauli-Gemeinde hat sich in den letzten 2 Jahren zusammengetan, um neue Räume für Gottesbegegnungen zu gestalten. Dabei standen einerseits künstlerisch-ästhetische Bedürfnisse und andererseits der Einbezug der Gottesdienstbesucher im Fokus der Veranstaltungen.
Zum Beispiel:

  • Pfingstnacht (Nacht der Kirchen, Lüerdissen)
  • HalloCalween (Kirche Echternstraße)
  • Heilige Nacht (Kirche Lüerdissen)

Frage:»Ist das nicht etwas für ganz wenige Menschen?«

Solche künstlerisch-ästhetischen Bedürfnisse haben ungefähr 11% der Bevölkerung. Wenn noch die Sehnsucht nach äußeren Zeichenhandlungen und innerer Berührung mit dem Transzendenten dazukommt, sind es schon ein Drittel der Menschheit, die Gotteserfahrungen auf diese Weise besonders schätzen.

Und nun? – »Mach es zu deinem Projekt«

Um das realisieren zu können, braucht die Volxkirche Menschen, die bereit sind, sich auf den Weg zu machen, Bestehendes zu hinterfragen und mit neuen Formen und Möglichkeiten der Beteiligung zu experimentieren. Dazu wird eine Initiativgruppe gegründet.

 Der offizielle Start mit dem Projekt VOLXKIRCHE wird im Spätherbst 2010 sein.  

»Wie kann ich bei der Initiativgruppe mitmachen?«

Wer an diesen Gedanken Interesse hat, kann gerne mitmachen. Siehe unten…

Volxkirche – Zwischenbericht mit Schwerpunktthema „Gottesdienst“
Gottesdienste
17. Okt. 2010: Kirche Lüerdissen 19.00 -21.45 Uhr
„Auf unserer Suche nach Form und Inhalt unserer Gottesdienste stellt uns am 17. Oktober René Schäfer, Theologe und Unternehmensberater, urchristliche Gottesdienste in Praxis und Theorie vor. Wir bewerten gemeinsam die drei Säulen neutestamentlicher Gottesdienste und stellen uns die Frage, wieviel Kultur ein Gottesdienst auch zu neutestamentlicher Zeit haben durfte. Auch die Frage nach der Bedeutung des Glaubenslebens im eigenen Haus wird dabei eine Rolle spielen, da Gottesdienste zur Zeit des Neuen Testamentes voll und ganz ins Familienleben integriert waren.

Stationen auf dem Weg zur Volxkirche:

  • Auf dem Gemeindeabend am 27. Januar 2010 (20.00-22.00 Uhr) wurden erste Ideen zur Initiative VolXkirche einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gegeben. In der Brücke sind hier die Details. In diesem Zusammenhang wurden auch weitere Entwicklungen im Bereich des gottesdienstlichen Lebens der Gemeinde erläutert.
  • Als Startphase der Volxkirche wollen wir eine Zeit haben, in der wir gemeinsam träumen, planen, diskutieren, hinterfragen und (er-)beten, wie für uns Beteiligungskirche aussehen kann. Der Startschuss für diese Phase ist der obengenannte 21. März 2010 um 15.35 in der Lüerdisser Kirche.
  • Unser Logo: Zeigt deutlich wie wir uns als Baustelle und im Prozess verstehen. Die unbekannte in der Gleichung ist das x. Unbekannte? Jede Person bringt sich mit und ihr Geheimnis. Jede Form ist zeitbedingt und durch bessere, andere (noch unbekannte) zu ersetzen. Gott wird je mehr wir uns ihm nähern umso größeres Geheimnis.